Album Review: Dead Letter Circus – Dead Letter Circus

Der September hat extrem guten progressiven Output geliefert, ich weiß gar nicht, was ich mit meiner relativ wenigen Zeit als erstes rezensieren soll. Ich freu mich aber sehr über ein neues Album von Dead Letter Circus. Die Australier bringen diesen relativ speziellen australischen Prog mit, den man so ähnlich auch von Karnivool gewohnt ist. Nur leider keine wirklichen Longplayer.

Der erste Track The Armour You Own ertönt, ohne langes Introgedöhns, 8 Takte und der Sänger Kim Benzie legt los. Ich bin sofort drin, es ist allerdings auch mega eingängig. Er macht Ansagen und droht förmlich, „Don’t look away“, schau nicht weg! OK!

The Real You macht da weiter, wo der erste Song aufgehört hat. Ansagen, feinster eingängiger und progressiver Art Rock. Ich wünschte mir etwas mehr ausgedehnte Stimmungswechsel. Im Ansatz sind sie da, aber man nimmt sich für meinen Geschmack zu wenig Zeit.

Dead Letter Circus schaffen es mit eher zugänglichen Melodien zu begeistern, die ich bisher tatsächlich eher nur von Karnivool oder TesserakT kenne. So auch bei Change, wobei hier eher simpel arrangierte Muster benutzt werden, ein Tick mehr Finesse fänd ich schick.

Auch Running Out Of Time macht hier leider keine Ausnahme. Die Songs lassen sich relativ leicht mal verwechseln, was letztendlich ja bedeutet, dass Abwechslung fehlt. Bisher auch eher schon fast poppig, dennoch zieht mich auch dieser Track in seinen Bann.

Richtig gut finde ich We Own The Light, er fängt schon geil an mit einem etwas hakeligerem Beat, brilliert mit wunderschönen Parts. Solide gesungen, Ohrwurmcharakter. Hier fällt mir das erste Mal auch die wirklich gute Aufnahme auf. Klanglich gibt es hier nichts auszusetzen.

Wenn Kim Benzie „Out Of Control“ singt, dann glaube ich ihm dies im Song Heartline aufs Wort. Ein ziemlich kurzer Track, länger hätte er aber auch nicht sein dürfen. Die Hook ist gut, aber noch einmal länger wäre mir echt zu viel gesehen.

Ladders For Leaders bringt definitiv mal etwas Abwechslung und die tut mir auch gut. Die Drums kommen mal ein wenig mehr zur Geltung und wären sie noch einen Hauch fetter gewesen, hätte man sie leicht mit Led Zeppelins „When The Levee Breaks“ vergleichen können. Der Refrain „It’s time, you’re awake“ geht mir nicht mehr aus den Kopf, es ist der Aufruf, seinen Arsch hoch zu bekommen. Mit diesem Track sehr gern!

Etwas schneller geht es mit Trade Places zur Sache. Der Song nervt mich aber leicht, der Gesang ist mir irgendwie drüber. Skip…

Ähnlich geht es mir mit Say It Wont Be Long, wobei dieser zum Ende hin eher immer schöner wird. Schön auch zu hören, dass ein entsprechende Stimmungswechsel den Songs eigentlich sehr gut tun.

Mit Home wird es wieder etwas solider, ein durchweg gelungener Track. Mit „I Need More In This Life“ endet der Track mit einer gewissen Hoffnung oder besser Wunsch. Und damit endet auch das Album.

Fazit:

Es schlagen definitiv 2 Herzen in meiner Brust mit diesem Album. Zum einen schlagen einem die Texte quer in die Fresse, was sehr gut und vor allem progressiv ist, zum anderen habe ich geskipt. Zum einen haben wir hier traumhaft schöne Melodien, zum anderen aber eher auch schon etwas zuviel davon. Dann begeistert zum einen das Album klanglich sehr, zum anderen ist der Trackflow aber eher etwas dürftig.
Ich hätte mir 2-3 Songs weniger gewünscht und die restlichen dafür etwas ausladener im Sinne von länger, ausgefeilter und die Emotionen besser ausspielend. Das Album kommt definitiv in meine mobile Playlist, komplett durchhören werde ich es vermutlich aber eher selten…

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