Album Review: Riverside – Waste7and (Wasteland)

Endlich ist es mal wieder soweit! Ehrlich gesagt hat es mich etwas überrascht, als mich diese Woche das neue Riverside Album erreichte, denn dieses Jahr kam ja im Mai schon das geniale Album von Mariusz Duda’s Lunatic Soul Under The Fragmented Sky heraus. Ich hatte es bisher einfach schlicht nicht mitbekommen oder irgendwo vorab gelesen. Was auch immer, Waste7and heißt nun das neueste und 7. Werk von Riverside, welches gestern offiziell released wurde. Nach dem Tod von Gitarrist Piotr Grudzniski im Jahr 2016 nun das erste Album mit neuen Tracks ohne ihn. Einige Zeit wurden keine Live Konzerte gegeben. Mariusz Duda verlor einige Monate später seinen Vater und zwei weitere Freunde, einen durch Selbstmord. Dies alles ließ ihn einige unter anderem sehr persönliche Songs schreiben.

Schon der Name des ersten Titels zwingt mich praktisch dazu, dieses Review auch einen Tag nach Release zu schreiben, The Day After. Es erklingt im dudatypischen Falsettgesang, Riverside Fans fühlen sich sofort wohl. Ich auch!

Nur ein kurzes Intro und es kann mit Acid Rain so richtig zur Sache gehen. Relativ hart und arrhythmisch startet es und beweist in der Hook schnell, das ist Riverside! Eingängig, aber dennoch vielschichtig, ich mag es jetzt schon. Der Wechsel zu stimmigen Ohh-Gesängen haben Ohrwurmcharakter.

Die fetten Drums von Vale Of Tears gehen mega nach vorne und erinnern anfangs etwas an AOR. Es geht aber eher tragend rockig weiter, um im Refrain einfach nur abslolut wunderschön die Ohren zu umschmeicheln, Duda gibt hier wieder einmal alles. Die Wechsel zur härteren Gangart macht den Song extrem progressive.

Und es reißt nicht ab, schon der Anfang von Guardian Angel ist wieder einmal zum Weinen schön. Duda versucht sich hier einmal in einer deutlich tieferen Stimmlage. Ja, er kann es. Da der Song ansonsten ohne Drums und Bassline auskommt, passt die tiefe Stimme perfekt.

Lament startet im 6/8 Takt, ändert dann in der Hook aber in einen 6/8 – 7/8 Takt. Darf man diesen Song riversidetypisch nennen, ganz klar ja! Ich habe etwas das Gefühl, diesen Song schon einmal gehört zu haben, was aber keineswegs negativ zu sehen ist. Ein wunderschönes Violinenspielt ziert das Ende des Songs.

Bei The Struggle For Survival kann man definitiv sagen, dass Riverside sich wieder mehr an Ihre ersten Alben orientieren. Eine sehr rockige Instrumentalnummer. Mit 9 1/2 Minuten vielleicht ein Tick zu lang, den „Kampf ums Überleben“ kann man aber durchaus fühlen. Das akustische Gitarrenspiel und die vocalen Ahh’s zum Ende hin klingen dann äußerst versöhnlich.

Der nächste Track erinnert mich etwas an Runrig, könnte ein Folk Song sein. River down below würde jetzt auch nix dagegen halten. Etwas dröge wirkt er aber schon.

Auch der Titletrack Wasteland könnte ein Folk-Song von Runrig sein, Duda steigt hier wieder in tiefere Gefilde hinab. Ich sehne mich allerdings etwas nach den ersten Tracks zurück. Nach 3 Minuten geht der Song aber mal so richtig los, ja Jungs, so will ich Euch hören! Verschiedenste Stimmungen wechseln sich ab, Wasteland kommt doch ganz schön geil!

The Night before leitet leider schon das Ende des Albums ein. Eine schöne Piano Ballade und olle Mariusz kann schon echt geil singen und bringt dabei Emotionen ohne Ende rüber, es ist schade, dass es nun schon wieder vorbei ist. Der Abschluss ist allerdings mehr als gelungen.

Fazit:

Riverside sind mit Wasteland zurück und das Album ist richtig gut. Kurzweilig, abwechslungsreich, progressiv, aber durchaus eingängig, wobei der Wechsel zum Härteren immer zielsicher gelingt und den Songs gut tut. Klanglich kann man nicht meckern, ausgewogen hat alles seinen Platz im Stereobild und man ist nicht geneigt ins analytische Hören zu wechselt. Wenn man sich dann aber doch dazu zwingt, könnte man schon sagen, dass alles etwas zu „abgerundet“ klingt. Da hat wohl jemand das Mastering Preset von 2013, 2015 und 2016 hervor geholt. Es soll mir recht sein, manchmal sind gewollte Kanten im Mix aber durchaus ganz gut…

Tracklist:

1. The Day After
2. Acid Rain
Part I. Where Are We Now?
PartII. Dancing Ghosts
3. Vale Of Tears
4. Guardian Angel
5. Lament
6. The Struggle For Survival
Part I. Dystopia
Part II. Battle Royale
7. River Down Below
8. Wasteland
9. The Night Before

Line-Up:
Mariusz Duda – vocals, electric and acoustic guitars, bass, piccolo bass, banjo, guitar solo on ‘Lament’ and ‘Wasteland’
Michał Łapaj – keyboards and synthesizers, rhodes piano and Hammond organ, theremin on ‘Wasteland’
Piotr Kozieradzki – drums

Release date: 28.09.2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.