Red Bazar – Things As They Appear – Ein Album Review

Das beste vorab, Peter Jones ist weiterhin dabei. Die Rede ist von Red Bazar und Ihrem im Januar veröffentlichten Album Things As They Appear, das zweite der fünf bisherigen Alben mit Gesang. Ich habe nach dem letzten grandiosen Album Tales From The Bookcase regelmäßig nach neuen Releases Ausschau gehalten und nun muss ich erst im Juni feststellen, dass ich dieses Jahr nachlässig war und habe es im Januar schlicht verpasst. Wie auch immer, ich freu mich riesig natürlich folgt hier eine entsprechende Review, wenn auch etwas verspätet.

Der Opener Temple geht ziemlich rockig zur Sache und mir fallen (wie so oft) zunächst gleich einmal klangliche Defizite auf. Schade, so etwas schmälert bei mir immer gleich massiv das Hörerlebnis, aber ich will mich zunächst auf die musikalischen Qualitäten beschränken. Temple ist ein ausgewachsener Rocksong mit raffinierten Stimmungs- und Rhytmuswechseln. Ein guter Einstieg.

Nothing Left beginnt beschaulich, ich bilde mir ein schon bei den ersten erklingenden Tönen den Stil von Red Bazar herauszuhören. Dies zieht sich auch durch den gesamten Song. Er knüpft quasi dort an, wo Tales From The Bookcase aufgehört hat. Ein wunderschöner 8-Minüter!

Direkt wird es mit Liar wieder deutlich rockiger, teilweise ist der Track leider derart komprimiert, dass es sogar zu Übersteuerungen kommt. Ich beschließe mir das Album bei Bandcamp zu kaufen, vielleicht ist es tatsächlich nur meine Promokopie, aber es nervt sehr! Der Song selbst ist sehr schön arrangiert, auch hier wieder mit genialen Tempiwechsel.

Rocky Bone Runway hätte auch wieder auf dem Tales Album gewesen sein können. Offensichtlich wechseln sich hier der typische Red Bazar Sound mit den Rocknummern ab. Dieser Song geht sehr nach vorne los, der Song mausert sich zu einer Uptemponummer. Die Jungs schaffen es wieder einmal komplett zu begeistern. Abwechslungsreicher kann ein Song eigentlich kaum arrangiert sein, Progressive Rock vom aller aller Feinsten!

Red Bazar haben Spiral auf Ihrem Youtube Channel auch in einer Live Version released, Peter Jones ist Live noch einmal eine ganze Ecke besser. Er ist tatsächlich unfassbar gut, genau wie dieser Song. Eher eine ruhigere Nummer, aber Peter spielt auch ein äußerst nettes Keyboard Solo. So darf es weiter gehen!

Future Song ist zwar eingängig und startet mit einem netten Harmoniegesang, ist dann aber doch eher etwas banal im weiteren Aufbau. Sicherlich bis hier her eher einer der schwächeren Songs.

Es wird wieder etwas härter, für den Stil von The Parting fällt mir keine Band als Vergleich ein. Red Bazar schaffen hier schön die Kurve, sich einmalig zu machen. Zwar der kürzeste Song des Albums, aber dafür hat er es in sich.

Mit We Will Find You bekommt das Album einen würdigen Abschluss. Es bleibt rockig, wird deutlich düsterer, die Baseline ist mega und rollt geradezu den Schluss entgegen.

Als Fazit kann man nur sagen, dass hier ein fast durchweg fabelhaftes Album vorliegt. 8 Tracks mögen auf den ersten Blick nicht so wahnsinnig viel sein, wenn man aber bedenkt, dass wir hier fast ausschließlich und sehr abwechslungsreiche Longtracks haben, kann man echt nicht meckern. Den Sound würde ich mir tatsächlich noch einmal von einem offiziellen Release anhören, kann dann hier auch noch einmal eine Bewertung dazu nachreichen. Ansonsten: Für Progger sehr empfehlenswert!

Erwähnenswert wäre auch noch deren Live Performance. Sie sind eine Waschechte Liveband ohne viel Spielerei. Kein Klick auf den Ohren oder sonstige hilfsmittel, einfach reinster Spielspaß mit Blickkontakt. Und die Stimme des blinden Peter Jones kommt hier besonders gut und deutlich zur Geltung. Unbedingt mal abchecken!

Tracks:
1 Temple
2 Nothing left
3 Liar
4 Rocky bone runaway
5 Spiral
6 Future song
7 The parting
8 We will find you

Peter Jones: Vocal, Keybord
Mick Wilson: Bass
Andy Wilson: Guitar
Gary Marsh: Keybord
Paul Comerie: Drums

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