Album Review: Syd Arthur – Apricity

Gegründet 2003 in Canterbury, haben die 4 Engländer seit 21.10.2016 Ihr inzwischen 4. Album am Start. Der Name Syd Arthur, den Sie seit 2006 führen, leitet sich von zweierlei Dingen ab. Zum einen von Hermann Hesses Novelle ‚Siddhartha‘ gleichzeitig aber auch von Pink Floyd Mitbegründer Syd Barrett und Frontmann der Psychedelic Rock Band ‚Love‘ Arthur Lee. Letzterer ist im Jahr 2006 verstorben, vielleicht sogar der Anlass, den Namen zu ändern. Bei solch hochkarätigen Inspirationsquellen darf auf jeden Fall jeder gespannt sein, der von den Jungs bisher noch nichts gehört hat. Hierzulande sind Syd Arthur noch nicht sehr bekannt. Woran das liegen mag, kann ich nur vermuten. Nun, Psychedelic-, Progressive-, Alternative- , Indipendence-Rock mit gelegentlichen Jazzeinflüssen ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber die sogenannten „Hitqualitäten“ sucht man hier  auch nicht unbedingt vergeblich. Das Album ist durchaus eingängig und sehr melodisch.

Die Band besteht derzeit aus den Brüdern Joel, Liam und Josh Magill und Raven Bush. Letzterer spielt Violine, Mandoline und Piano und ist der Sohn von John Carder Bush, Bruder von Kate Bush. Ursprünglich spielte noch ein gewisser Fred Rother die Drums der Band, er wurde aber 2016 aufgrund von massiven Problemen mit seinen Ohren durch den jüngsten Bruder Josh ersetzt.

Dorothy vom 2. Album ‚On An On‘ noch deutlich jazziger

Der Opener Coal Mine ist melodisch recht eingängig und besticht durch einen sehr progressiven Rhytmus. Steigert sich im letzten Drittel zu einer Uptemponummer und macht hier auf jeden Fall Lust auf mehr. Plane Crash In Kansas kommt rhytmisch anders rüber. Ein Song der irgendwie zu vorhersehbar ist und dem einfach die Höhepunkte fehlen. Mit unter 3 Minuten aber erfreulich kurz. Ähnlich ist es mit den folgenden Titeln No Peace und Sun Arthur, wobei letzterer einen bunten Mix von wechselnden Takten aufweist. Ich meine hier zwischen 3/4 und 5/4 Takten alles herauszuhören. Rhytmisch also auch hier sehr spanndend, was den Song aber nicht zu einem „Hit“ macht. Der meiner Meinung nach stärkste Song lautet Into Eternity, welcher mit einem wirklich schönen Intro beginnt. Der Song lässt mein progressives Musikherz das erste mal wirklich höher schlagen. Was auch im nächsten Song Rebel Lands durchaus anhält, aber nicht ganz die gleiche Itensität erreicht. Warum die Band auch immer im Bereich Psychedelic Rock genannt wird zeigt sich im Song Seraphim. Äußerst spannend arrangiert und hier meine ich sogar frühere Stücke von Syd Barrett heraus hören zu können. Im Anschluss heißt es mit Portal wieder etwas aufatmen. ein Instrumentalstück, welches sich wirklich perfekt an den vorherigen Track anschließt. Er hätte nach meinem Geschmack sogar nahtlos angefügt werden sollen. Mit Evolution bleibt es psychedelisch-progressiv. Hier kommen auch deutlichere Jazzriffs hinzu, der Song scheint so vor sich hin zu schweben, was ich durchaus positiv meine. Der Titletrack Apricity markiert den Abschluss des Albums und wurde auch als Single ausgekoppelt. Eine Uptempo Nummer die schon Spaß macht, aber ich hätte mir zum Schluss dann doch lieber mal einen ausgedehnten Longtrack gewünscht.

Insgesamt würde ich dem Album musikalisch 3,5 von 5 Punkten geben, würde aber klanglich noch einen halben Punkt abziehen wollen. Es klingt doch alles recht stark komprimiert, viel zu stark. Gerade beim Progressive Rock kann mit der Dynamik des Klanges so extrem viel Spannung erzeugt werden, eigentlich ein Muss. Darüber hinaus klingt alles auch etwas zu mittenbetont. Hier und da den Songs etwas mehr Zeit geben, einige hätten es sich durchaus verdient und klanglich ist hier noch viel Luft nach oben.

‚Hometown Blues‘ vom 3. Album ‚Sound Mirror‘

Tracklist:

  1. Coal Mine
  2. Plane Crash In Kansas
  3. No Peace
  4. Sun Rays
  5. Into Eternity
  6. Rebel Lands
  7. Seraphim
  8. Portal
  9. Evolution
  10. Apricity

 

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