Review: „Two Souls“ von Tides Of Life

Tides Of Life  „Two Souls“ – Musikalischer Balsam für die Seele

Quelle: tidesoflife.de

TIDES OF LIFE –  das ist ein Studio-Projekt zweier begnadeter Musiker, mit einer beeindruckenden Bandbreite an musikalischer Erfahrung und Vielseitigkeit die nun im Debut-Album TWO SOULS unter Beweis gestellt wird. Abby Cole und Stefan Uhlmann sind vor allem bekannt als Elektro-Band DELIVERED SOUL, ein ursprüngliches Ein-Mann-Projekt von Stefan, zu dem dann 2014 Abby als feste Live-Keyboarderin hinzu stieß. Betrachtet man DS nunmehr musikalisch als Stefans Projekt, so trägt TIDES OF LIFE ganz klar die Handschrift einer romantischen, verträumten, manchmal verspielten und begnadeten Pianistin….. eben Abby Cole. Unverkennbar sind aber auch die Einflüsse des DS-Bandleaders.

Musikalische Ausrichtung

Nun wäre es vermessen, hier die Projekte so harsch zu trennen, denn beide Künstler lassen ihre Fähigkeiten in beide Projekte gleichwohl einfließen. Und doch sind diese beiden Bands musikalisch verschieden wie Feuer und Wasser. Die Musik von TIDES OF LIFE lässt sich am ehesten in Chillout und Classic Electronic einordnen. Vor wenigen Tagen veröffentlichten sie nun ihr Debut-Album „TWO SOULS“.
Eine Frage der ich mich stellen musste: wie rezensiert man ein Album, dass ohne Gesang und somit ohne klare Geschichte hinter der Musik daher kommt? Ich kam zu der Antwort, dass dies nur über eine rein emotionelle Schiene gehen könne. Halt das Kopfkino, die Gefühle die beim Hören der Musik entstehen. Hier dann also mein Kopfkino.

Childhood Memories

Langsame, zarte Pianoklänge, etwas später dazu dann Streicher. Insgesamt klingt alles am Anfang sehr sanft, nahezu verletzlich. Wird hier die Geburt hörbar gemacht? Der Anschein könnte stimmen, denn die leicht poppig anmutende Mitte des Liedes könnte dann die aufbrausende Jugend darstellen.

Morning Sun

Im Bett liegen, ein Sonnenstrahl blinkt durch das Fenster ins Gesicht und weckt einen auf. Wohlig warm, aber doch ist es mit der Ruhe vorbei. Genau das suggerieren Piano, Synth und später dezente, aber perfekt ausgewählte elektronische Effekte. Wir starten in einen sonnigen Tag.

City Lights

Hier klingt es ein wenig bedrohlich, etwas mystisch. Das erste Lied, das nicht vom Piano, sondern elektronisch dominiert wird. Kennt Ihr diese US-Filme Ende der 70er Jahre? Dunkle Straßen, verrauchte schummrige Clubs? Irgendwie ploppte mir dieses Bild spontan auf. Ein Streifzug durch eine Großstadt, mal ruhig, mal quirlig.

Dragonheart

Dieser Song wird mystisch, Synth-Effekte schaffen zu Beginn ein gespenstisches Flair. Da lauert etwas unbekanntes, das nun von einem Piano unterstützt wird. Und doch ist da diese Harmonie und Ruhe. Eine Krähe gibt ihre Rufe zum besten und schafft aus der Harmonie heraus Bedrohliches. Ein Gewitter zieht auf, beunruhigt jedoch das starke Drachenherz nicht. Oder doch ?

Autumn Leaves

Hurra, hierzu gibt es ein Video! Seht und hört selbst!

Two Souls

Der Track der dem Album den Namen gab. Auch hierzu gibt es ein Video, wenn gleich ich hier mit meiner Interpretation nicht hinter dem Berg halten möchte.
Für mich ist das DER Song, der Abby und Stefan widerspiegelt. Die romantische Pianistin mit den zarten Anschlägen und der harte, etwas brachial anmutende Stefan mit der Liebe zu elektronischen Effekten.

Zeraphine

Hier wird es definitiv gespenstisch, geheimnisvoll. Etwas tastet sich langsam und leise durch die Dunkelheit. Findet sich dann ein Seraph, ein sechsflügliger Engel, der vielleicht auch mal bedrohlich wirken kann, wie die überwiegend elektronische Musik uns glaubhaft machen möchte?

Last Train

Zeit für den Abschied, eine letzte traurige Umarmung begleitet vom leisen Piano. Es folgt ein von Streichern nicht einfacher gestalteter Weg zum Bahnhof. Der letzte Zug naht. Um ihn nicht zu verpassen, muss man nun etwas Tempo aufnehmen. Geschafft, der Zug eilt in die Dunkelheit um letztlich in ihr zu entschwinden.

Preserve The Nature

Zeit für ganz viel Synthesizer. Könnte glatt als Neuinterpretation der Moldau durchgehen. Anfänglich eine kleine Quelle, die zu einem immer quirligeren Fluss erwächst, der letztlich im großen, ruhigen Ozean endet.

Fairy Tale

Hierzu schreibe ich nichts, denn das Video ist um ein Vielfaches aussagekräftiger!

Journey

TIDES OF LIFE nehmen uns mit auf die Reise. Entspannt, ruhig und doch instrumental sehr vielseitig. Selbst einer kleiner Ausflug in den Orient wird nicht ausgelassen. Abby und Stefan auf musikalischer Weltreise.

Magic Of The Ocean

Der Synthesizer schafft eine grenzenlose Weite, zur Songmitte finden wir uns auf hoher See wieder und blicken in die stille, ruhige und geheimnisvolle Tiefe. Ein klein wenig Titanic-Feeling kommt auf als dann Back-Vocals erklingen und die Wellen etwas höher schlagen.

Fazit:

Abby Cole und Stefan Uhlmann haben mit TWO SOULS etwas ganz Großartiges geschaffen. Ein Album voller Songs, welche die Phantasie anregen, einen in Tagträume entführen. Sie erwecken Emotionen und reißen uns aus der Hektik des Alltags heraus. Wenn wir es zulassen. Lässt sich der geneigte Hörer darauf ein, so ist dieses Album echtes Balsam für die Seele. Die klassischen, wie aber auch die modernen, elektronischen Einflüsse sind perfekt und harmonisch aufeinander abgestimmt. Es gibt nichts – wirklich nichts – was aufgesetzt oder gar deplatziert wirkt. Jeder noch so kleine Effekt ist genau dort, wo er hingehört.

Mein Tip: eine heiße Badewanne mit ein paar Kerzen, ein Gläschen guter Wein und zwei oder drei Pralinen.. dazu TIDES OF LIFE auf den Ohren und der ganze Schmutz auf der Seele verschwindet im Abfluss.

Zu erhalten ist das Album über den Shop auf der Band-Homepage.

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