Album-Review „Together Till The End“ von Mono Inc

Quelle: Promo-Kit

Im Januar 2016 begannen die Arbeiten zum neuen Album und nun, ein Jahr später wird es dann veröffentlicht. Die Band um Martin, Katha Mia, Carl und Manuel schufen mit dem neunten Studioalbum eines mit Konzept. Der Blick aus dem Studio auf den Hamburger Hafen brachte die Idee, die alte Zeit und Seefahrt in dieses Konzeptalbum einfließen zu lassen. Und so beginnt die Geschichte im Jahre 1722 mit dem Stapellauf der „Wappen von Hamburg“ und wie sie gleich im ersten Lied in den Fluten versinkt. Dass die vier Monos immer für eine Überraschung gut sind, wissen wir bereits. Und so überrascht es mich nicht, dass Leadsänger Martin Engler wieder einmal einen großartigen Künstler für eines seiner Lieder gewinnen konnte. In meinem Interview im März 2016 fragte ich Martin, mit wem er gerne mal etwas zusammen machen möchte. Und er fand, dass er sehr gerne etwas Gemeinsames mit Ronan Harris von VNV Nation schaffen würde. Dies wurde in diesem Album Wirklichkeit. Auch Szenegrößen wie Joachim Witt, Tilo Wollf (Lacrimosa) und Chris Harms (Lord Of The Lost) sind als Gäste vertreten.

Quelle: Promo-Kit

Wer nun beim Albumtitel das Ende der Ära der Firma der Halbwahnsinnigen zu erahnen meint, dem sei gleich der Wind aus dem Segel genommen. Der Name des Albums ist eine Hommage, ein Dankeschön an die Fans, die die Band seit nunmehr zehn Jahren begleiten und unterstützen. Martin Engler hierzu: „Wir haben vor zehn Jahren nur zu träumen gewagt, dass wir eines Tages diesen Status erreichen würden. Der Titel ist ein Dank an unsere Fans, ohne deren Support wir das nicht geschafft hätten. Es gibt für uns kein „wir hier oben“ und „Ihr da unten“. Wir stehen zusammen! Wir sind eins! Unerschütterlich! Bis zum Ende!“

Dem Konzept des Albums ist es geschuldet, dass es komplett in Englisch gehalten ist. Martin: „Ob nun musikalisch oder textlich: ein Konzeptalbum lässt für mich kein hin- und herspringen zwischen Sprachen und Soundwelten zu. Und da der erste Song ein englischsprachiger war, war damit das Schicksal der Platte besiegelt.“

The Banks Of Eden

Wir erinnern uns: wir reisen mit der „Wappen von Hamburg“ im Jahre 1722 über See. So überrascht Meeresrauschen und das Geschrei von Möwen nicht, da es perfekt auf das hinter dem Album stehende Konzept einstimmt.
Das Lied selber ist bewährter Mono-Inc-Sound. Harte Riffs, dominantes Keyboard und ein sehr einladender Refrain machen das Lied zu einem echten Appetizer. Und Schneewittchen verteilt von Anfang an gewohnt perfekt Schläge.

Together Till The End

Ich bin hin- und hergerissen. Dieser Song erscheint austauschbar, die Systematik dahinter kennt man aus anderen Mono-Inc-Songs. Und doch ist er musikalisch und auch thematisch echt schöne Handarbeit. Es ist diese Verlässlichkeit nicht enttäuscht zu werden, die mir dieses Lied dennoch gefallen lässt.

Boatman

Hier nun das Lied, das zugleich auch eine Premiere darstellt. Es ist das Lied, in dem VNV Nation-Frontmann Ronan Harris das erste Duett seiner Karriere singt. Die stimmliche Harmonie der beiden Barden ist beachtlich, sie passen wie die Faust auf´s Auge zueinander. Fernweh, Sehnsucht, Traurigkeit aber auch Euphorie werden in feinster Deutlichkeit hervor gebracht. Ein großartiger, wenn nicht sogar einer der besten Songs des Albums.

Out In The Fields

In meinem oben bereits erwähnten Interview äußerte Martin Bedenken hinsichtlich der jüngsten Veränderungen in der Gesellschaft. Eine starke Nation beginnt vor Flüchtlingen zu zittern und ein umstrittener Milliardär zieht in den Wahlkampf um die Präsidentschaft einer Weltmacht. Bereits Mitte der 80er Jahre wurde Ähnliches von Gary Moore in einem wunderschönen Song thematisiert. Krieg, soziale Ungerechtigkeiten, Größenwahn….
Martin Engler fürchtet sich nicht vor Cover-Versionen, wie er nicht zuletzt mit Chasing Cars bewies. Und er beweist auch hier wieder einmal auf´s Neue: Mono Inc verstehen es, Songs neues Leben und das spezielle Markenzeichen Mono Inc einzuhauchen.

The Tide

Zeit für Gänsehaut, wieder dieses Meeresrauschen, aber dieses Lied ist etwas ganz besonderes. Die vier Monos singen gemeinsam ohne dass ein Instrument erklingt. Abgesehen von ein wenig Akkordeon, was letztlich das Maritime unterstreicht.

Tiefe Traurigkeit, das Abschiednehmen von einem geliebten Freund, Unabwendbarkeit des Schicksals. Dieser Song ist für eine Darkrock-Band wie Mono-Inc genauso unüblich, wie Death-Metal auf einer Schlümpfe-CD. Und doch begeistert mich dieses Lied und zaubert mir eine wunderschöne Gänsehaut. Denn auch in diesem Song wird sich so ziemlicher jeder Hörer wiederfinden können, wie auch Mono-Inc hier einem großartigen Menschen in der Bandgeschichte ein musikalisches letztes Geleit gewähren.

Children Of The Dark

Was kommt heraus, wenn Mono Inc mit Freunden etwas zusammen macht?
Ein großartiger Song, der sich in die Reihe der Mono-Inc-Hymnen wie Voices Of Doom oder Arabia einreihen wird.

Die Fans der charismatischen Drummerin Katha Mia können sich freuen, denn einerseits glänzt Katha mit bester Arbeit am Drumset, ist aber auch gleich vom Anfang mit feinsten Backvocals sehr prominent zu hören.
Das Lied selber lebt von einer tollen Dynamik, reißt mit und beißt sich als Ohrwurm fest.
Dass es sich bei CHILDREN OF THE DARK um ein Gemeinschaftswerk von  Mono Inc, Tilo Wolff (Lacrimosa), Joachim Witt und Chris Harms (Lord Of The Lost) handelt, merkt man sehr gut. Alle vier Sänger sind Hauptbestandteil des Liedes, keiner kommt zu kurz. Sehr gut gemacht.

Forever And A Day

Nach dem Tanzflächenfüller CHILDREN OF THE DARK nun etwas weniger Tempo. Bemerkenswert die schönen, klaren Backvocals im Refrain und das Zusammenspiel harter Gitarrenriffs und Keyboard.

Across The Waves

Auch wenn die vier Monos sich nicht vehement der Thematisierung gesellschaftskritischer Themen widmen, so ist es aber auch nicht ausgeschlossen. In diesem Lied verbinden sie das Konzept der Überquerung der Weltmeere um Hoffnungen und Träume zu erfüllen, mit der Tragik der aktuellen Zeit. Menschen machen sich auf die waghalsige Reise in das vermeintlich gelobte Schlaraffenland um dann dort festzustellen, dass Paradies sicher etwas anderes ist, wenn sie die Reise überhaupt bis dorthin überleben. Es gelingt nicht nur die perfekte musikalische Inszenierung der Thematik, sondern auch, den Hörer auf der Gefühlsebene zu erreichen. Wieder so ein Lied mit Gänsehautfaktor.

There Comes A Time (Back To Life)

Da kommt die Zeit, eines der schnellsten Lieder der Band zu hören. Schnell wie das Leben in der heutigen Zeit, und genau so bitter ist der Text. Er handelt von den abhanden gekommenen Werten, wohl aber auch der Hoffnung, dass sich dies irgendwann mal wieder zum Guten wendet. Martin bittet darum, dann von den Toten erweckt zu werden, befürchtend, diesen Tag nämlich nicht mehr erleben zu dürfen. Barocke Orgelklänge treffen auf schnelle Gitarren und Keyboard und auch Katha dürfte bei diesem Song nicht langweilig geworden sein. Einer meiner Favoriten auf diesem Album.

Rome Wasn´t Built In A Day

Das Leben ist ein fortwährender Prozess voller Überraschungen und wechselnder Begleiter. Dieses Lied sticht jetzt nicht besonders heraus, ist aber auch alles andere als schlecht. Es trägt die unverkennbare Mono-Inc-Handschrift, läßt dadurch aber den Kopf frei um sich auf den Text zu konzentrieren. Und der ist allemal hörenswert.

This Is My Life

Zum Schluss noch ein Lied mit Ohrwurmgefahr. Es ist unser Leben und das sollten wir nicht damit verschwenden, es anderen recht machen zu wollen. Selbstbestimmt Risiken eingehen, wir leben nur einmal. Musikalisch hervorragend umgesetzt.

Eden (Reprise)

Um das Album würdig abzuschließen bemühte man ein Symphonie Orchester. Das Ergebnis könnte auch locker der Abspann eines Piratenfilmes sein. Und um es rund zu machen, finden sich Katha´s Backvocals aus BANK OF EDEN auch im letzten Track des Albums.

Fazit

Mit TOGETHER TILL THE END setzen sich die vier Nordlichter ein weiteres monumentales Denkmal. Ein durchdachtes Konzept, dass sich wie ein roter Faden gut hörbar durch das ganze Album zieht, gute altbewährte Klänge aus all den vergangenen Bandjahren, einiges an neuen klanglichen Eindrücken. Man merkt, dass die Band definitiv ein musikalisches Zuhause gefunden hat. Sinnbildlich können sie nun aus dem Wohnzimmer heraus in die textliche Tiefe gehen. Texte, in denen sich jeder wiederfinden kann. Musikalisch wird mehr Tempo geboten, ohne zu hastig zu wirken. Herausragend die Ballade THE TIDE, in der die Band neue puristische Qualitäten zeigt, ohne kitschig zu wirken. CHILDREN OF THE DARK dürfte sich zu den Hymnen der Band gesellen.
Alles in allem ein sehr gelungenes Werk und ich freue mich darauf, das nächstes Jahr live erleben zu dürfen.

Release: 13. Januar 2017

Martin Engler: vocals
Katha Mia: drums
Carl Fornia: guitars
Manuel Antoni: bass

Tourdaten

20.04.2017 Hannover – Musikzentrum
21.04.2017 Oberhausen – Turbinenhalle
22.04.2017 Wilhelmshaven – Pumpwerk
27.04.2017 Frankfurt/M. – Batschkapp
28.04.2017 Nürnberg – Hirsch
29.04.2017 München – Backstage
05.05.2017 Stuttgart – Im Wizemann
06.05.2017 Leipzig – Haus Auensee
12.05.2017 Dresden – Schlachthof
13.05.2017 Berlin – Huxleys Neue Welt
18.05.2017 Osnabrück – Rosenhof
19.05.2017 Köln – Bürgerhaus Stollwerck
20.05.2017 Hamburg – Markthalle
Support wird die Gruppe PALAST sein

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