Slider

Album-Review „Steine“ von STONEMAN

STONEMAN, die schweizer Labelkollegen von Szenegrößen wie Mono Inc., Eisfabrik oder auch Joachim Witt haben ein neues Album veröffentlicht.
So kam der Moment an dem ich mich damit befassen wollte und ein migräneartiger Kopfschmerz erinnerte mich daran, dass ich von den vorherigen Alben nicht wirklich angetan war. Das liegt einzig daran, dass ich gutteralen Gesang nur in zarten Dosen mag. Bisher war mir das bei den Steinmännern deutlich zu viel, wenn gleich in Goldmarie schon ein deutlicher Wandel zum Guten zu hören war.
Auf alles gefasst startete ich den Player und musste dann noch zweimal nachschauen. Ob ich wirklich die gleiche Band höre. Vom Stil her immer noch im goldenen Dreieck von altem Unheilig, Eisbrecher und Rammstein perfekt platziert, begeistern mich STONEMAN von  der ersten Sekunde ihres neuen Albums. Nun aber zum Glück mit einem wirklich tollen Gesang des Frontmannes MIKKI CHIXX, der nur noch wohl dosiert herum grummelt.
Aber schauen wir uns die Songs genauer an.

Wir schreiben Geschichte

Harte Riffs stimmen gleich darauf ein, dass hier ein Song noch die eine oder andere Überraschung bieten wird. Zuerst fehlt das befürchtete gutterale Gröhlen. Statt dessen beweist MIKKI hier das erste Mal, dass er eine wirklich sehr interessante Stimme hat, die über einen hohen Wiedererkennungswert verfügt. Im Lied wird er von einer nicht näher genannten „prominenten“ Sängerin unterstützt.
Wenn STONEMAN mit dem gesanglichen Stilwechsel und Mut zur natürlichen Stimme Geschichte schreiben wollen, wird ihnen das sicherlich gelingen.
Meine Sorgen sind verflogen und ich bin echt erstaunt und begeistert.

Kofferlied

Das Lied selber erinnert im Refrain stellenweise schon recht deutlich an Rammstein. Aber der Rest ich wirklich feine hausgemachte Musik.
Textlich schon recht böse, trifft es aber leider thematisch voll in das aktuelle Weltgeschehen.
Wer STONEMAN kennt weiß, dass die Herren gerne mal mit den Texten über das Ziel hinaus schießen. Im Kofferlied zwar noch moderat, aber die Richtung ist schon klar.

Eiskalt

Ich zucke zusammen, die Stimme growld mir wieder ins Ohr. Aber zum Glück nur moderat und es passt zu diesem Lied wie die Faust aufs Auge. Musikalisch und von der Stimme her verkörpert dieses Lied das Böse schlechthin, ich erwarte nichts „Gutes“ mehr in diesem Lied. Zorn, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, bedingungslose Unterwerfung.. all das scheint hier in ein Lied gepackt worden zu sein. Und dann kommt da diese engelsgleiche Stimme der „prominenten“ Gesangsunterstützung daher. Die Eisprinzessin singt und wendet alles zum Guten.
Wirklich ein richtig gut gemachter Song der ganz klar zu meinen Favoriten auf diesem Album zählt.

Steine

Es folgt die nächste Überraschung für meine Ohren.
Eine wahnsinnig schöne Ballade in der MIKKI dermaßen gefühlvoll daher kommt, dass selbst ich dahin schmelze.
Ein Lied darüber, dass ein Einzelner am Ende nicht alles alleine stemmen kann, aber alle zusammen alles schaffen.
Für den Refrain haben die schweizer Unterstützung von einem Jugendchor bekommen. Hier meldete sich mein Unheilig-Trauma zu Wort. Bitte nicht zu mainstreamig werden. Ich muss aber einräumen: für DIESEN Song war das genau die richtige Idee. Die Kids machen das Lied erst richtig authentisch.
In STEINE ist alles drin: tolle Melodie, ein sehr eingängiger Text, tolle Stimmen…. definitiv ein Ohrwurm.

Wenn der Teufel

Früher bereits englisch gesungen, ist das die deutsche Version der STONEMAN-Hymne.
Muss man definitiv laut hören, dann reißt der Song einen so richtig mit.

Ich hass mich nicht genug, um Dich zu lieben

Wie muss das sein, wenn man jemandem so verfallen ist, dass man sich selbst dafür aufgibt? In diesem Lied gewähren STONEMAN den nötigen Einblick.
Harte straffe Episoden wechseln sich mit stilleren, eher bewusst farblos gemischten Passagen ab und verdeutlicht so sehr eindrucksvoll das wahre Wechselbad der Gefühle. Bitter böse, aber typisch STONEMAN.

Gott weint

Die mit Abstand größte Überraschung auf diesem Album.
Der Song beginnt schon sehr ruhig, sehr nachdenklich, nahezu tieftraurig anmutend.
MIKKI zeigt in GOTT WEINT mal so richtig, was er da eigentlich für eine Wahnsinnsstimme hat.
Dieses dunkle, unterschwellig Traurige in seiner Stimme wird dann vom Text passend ergänzt.
Ein Lied wo man unbedingt auf den Text hören sollte, denn er birgt so viel Wahres und Aktuelles.
GOTT WEINT ist mein absoluter Favorit auf diesem Album und es würde mich echt wundern, wenn es dieser Song nicht ganz weit nach oben schaffen sollte.

Spiegelficker

Der musikalische Ausdruck übertriebener Selbstverliebtheit. Die Band sieht dieses Lied eher als würdigen Abschluss einer Trilogie, bestehend aus „Wer ficken will muss freundlich sein“ und „Freundlich sein“. Beide auf vorherigen Alben enthaltenen Lieder erregten nicht zuletzt auf Grund der Thematik reichlich Aufmerksamkeit. Hier passt es nun auch musikalisch perfekt und lädt zum mitsingen sein.

An der Leine

Auch dieses Lied wird sicherlich seinen Weg machen, denn man muss im Refrain einfach mitgröhlen. Thematisch sicherlich ein wenig grenzwertig, scheint es die Thematik von SPIEGELFICKER aufzugreifen, jedoch hier mehr auf Schizophrenie bezogen. In wie weit der Text überhaupt für voll zu nehmen ist, erschließt sich mir leider nicht so recht. Blendet man das Thema aus, genießt man einen wirklich guten und kurzweiligen Song.

Kaltes klares Wasser

Die Steinmänner haben gecovert. Allerdings grandios, denn sie heben sich in allen Qualitäten deutlich vom Original der Band MALARIA ab. Mitreißender Sound, harte Riffs, bombastische Drums und auch hier wieder ein sehr eingängiger Text. Also ich mag kaltes klares Wasser……

Dein Geheimnis

Das Lied beginnt mit schweren, dunklen Piano-Klängen, ein farbloser langsamer Sprechgesang macht klar, dass dieses Lied keine leichte Kost werden wird.
Und genau so ist es auch. Handelt es sich um die Betrachtung eines Serienmörders von außen, oder vielmehr um einen Mitwisser eines fragwürdigen Staatsoberhaupt? Ich weiß es nicht. Aber die Kunst der Musik ist es, den Hörern einen gewissen Interpretationsspielraum zu geben. Soll jeder heraushören was er mag, vielleicht auch finden sich mehr Menschen genau dadurch in diesem Lied wieder.
Den STONEMAN gelingt es perfekt, mit ihrer Musik das mystische und bedrohliche“Drumherum“ zu schaffen. MIKKI beschreibt, dass man ein gewisses Kustverständnis braucht, um diesen Song mögen zu können. Nun… ich halte mich für eine recht kleine Leuchte in Sachen Kunstverständnis, aber ich mag diesen Song. Sogar sehr…..

Fazit

Das bereits am 23.09.2016 veröffentlichte Album ist das mit Abstand beste der Band STONEMAN.

MIKKI CHIXX und seinen Mitstreitern ist es gelungen, mich von der Growling-Migräne zu befreien und zum eindeutigen STONEMAN-Fan zu bekehren. Das Schlimmste erwartet und am Ende wirklich schwer beeindruckt. Elf durch und durch tolle Songs werden sicher weitere Menschen für diese schweizer Band begeistern.

5 von 5 Steine für das Album STEINE !

Stoneman on Tour:

09.11.2016  Zürich – Ebrietas

10.11.2016  München – Backstage Café

11.11.2016  Dresden – Puschkin Club

12.11.2016  Stuttgart – Club Zentral

13.11.2016  Frankfurt – Nachtleben

16.11.2016  Hannover – Lux

17.11.2016  Leipzig – Moritzbastei

18.11.2016  Hamburg – Logo

19.11.2016  Bochum – Rockpalast

20.11.2016  Berlin – Musik und Frieden

Homepage:   www.Stonemanmusic.ch
Facebook:     www.facebook.com/stonemanmusic/
Label:            www.NoCut.de

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Impressum - Administration