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Neues Werk von Mark Knopfler – Down The Road Wherever Posted in: Reviews

Nach drei Jahren hat Mark Knopfler endlich wieder ein Solo-Album veröffentlicht.
Das letzte – „Tracker“ – stammt aus dem Jahr 2015.
Jetzt ist er mit „Down The Road Wherever“ wieder da (EMI/Universal Music;
veröffentlicht 16.11.2018). Und mit 16 Liedern bei einer Laufzeit von 78  Minuten
ist die CD (Deluxe Version) sehr ordentlich bestückt. Die meisten Songs liegen
bei über 5 Minuten!

Die Fans werden sich streiten: Ist es ein gutes Album, vielleicht sogar
ein sehr gutes? Oder ist es ein Album zum einmal-hören-und-dann-weg-damit?
Ich sage es gleich von Beginn an: Es ist ein Super-Album!

Mark Knopfler hat sich mit diesem Album ganz erheblich weiterentwickelt.
Die Grundstimmung des Albums ist, wie bei Knopfler nicht anders zu
erwarten, ruhig und entspannt. Aber – und jetzt kommt ein ganz dickes
Aber: Ruhig und entspannt heißt nicht langweilig! Ganz und gar nicht.
Was überrascht: Er hat sich bei vielen verschiedenen Stilrichtungen
umgesehen, sie regelrecht aufgesaugt, in sich aufgenommen und dann in
seine Musik einfließen lassen. Neben den von ihm typischen Folk- und
Softrock-Stücken gibt es jetzt auch Jazz, Funk, Soul, Motown und Bossa
Nova zu hören. Das wird vielleicht viele Fans aus den Dire Straits
Zeiten verärgern, wenn nicht verjagen, aber der Mann entwickelt sich
ständig weiter. Und dabei steuert Mark Knopfler auf die 70 zu!

Knopfler selbst geht mittlerweile auf Abstand zu den Kollegen von Dire
Straits, die ihn mehrfach für eine Reunion angesprochen haben. Selbst
als Dire Straits in die Rock Hall of Fame aufgenommen wurden, fehlte
Knopfler, weil ihn das einfach nicht interessierte.

Wer den klassischen Knopfler mag, dem wird der Opener „Trapper Man“
zusagen. Routiniert, rockig, schöne Gitarrensoli und der typische
Knopfler-Gesangsstil. Bei „Back On The Dancefloor“ klingt es schon ganz
anders. Ein satter Bass und eine Melodie, die man sofort mitsummen kann.
„Nobody’s Child“ ist ein wunderbare ruhiger Song mit leichtem
Blues-Einschlag. „Just A Boy Away Form Home“ startet mit dem
Knopfler-Gitarren-Sound, swingt schön vor sich hin und – aufgepasst! –
wandert urplötzlich ab in ein Gitarren-Soli eines klassischen Titels:
„You’ll Never Walk Alone“. Ein absolutes Highlight ist das
Softjazz-Stück „When You Leave“. Die Trompete klingt sehr nach Chat
Baker. Einfach nur grandios! Wer Knopfler mal so richtig funky erleben
will, sollte „Nobody Does That“ anspielen. Völlig ungewohnte Töne vom
Gitarrero-Meister. Mit deutlichem Irish Folk kommt „Drovers‘ Road“
daher. „Floating Away“ ist bester Bossa Nova. Ein weiterer Höhepunkt
ist das ruhige „Slow Learner“ – ruhige, entspannte Klaviermusik, eine
herrlich weiche Trompete, der richtige Song für die späte Nacht. Mit
„Heavy Up“ habe ich gewisse Probleme, weil der Song als leicht
aufdringlicher (und recht einfacher) Cha-Cha daherkommt, als wenn er
ältere Semester zum Schwof animieren will. Nach zwei weiteren Songs
(„Every Heart In My Room“ und „Rear View Mirror“) kommt Knopflers
Beitrag zum diesjährigen Weihnachtsfest: „Matchstick Man“. Akustische
Gitarre und Gesang, nichts weiter. Es zieht mich als Hörer
augenblicklich in seinen Bann, und als der Song nach knapp drei Minuten
vorüber ist, brauche ich erst einmal eine Weile, um wieder in die reale
Welt zurückzukehren.

Wer die Dire Straits verehrt, wird mit diesem Album vermutlich seine
Probleme haben. Wer Mark Knopfler mag und ihm zugesteht, dass er sich in
für ihn neuen Bereichen der Musik umsieht und sich weiterentwickelt,
wird das Album lieben. Also, macht Feuer im Kamin, setzt euch aufs Sofa
und genießt. Oder lauscht dieser Musik im Wintergarten, wenn es draußen
dunkel wird und der Wind um die Häuser pfeift. Ein wunderschönes Album!
(9 von 10 Punkten)

Euer Siggi
Moderator bei RSD Radio
Jeden Samstag 16-18 Uhr….der ROCK-EXPRESS

 

Neues Album von Nazareth Posted in: Reviews

Nazareth – Tattooed On My Brain

50 Jahre ist es nun her, dass eine Band aus Schottland namens Nazareth
sich aufmachte, eine entscheidende Rolle bei der Definition des Hard
Rocks zu spielen. Jetzt, im Jahr 2018, quasi zum goldenen Jubiläum, gibt
es das 24. Studioalbum der Band: „Tattooed On My Brain“ (Frontiers
Records; veröffentlicht 12.10.2018). Und es hat sich was getan bei
Nazareth!

Mit den 13 Songs des Albums zeigen die Jungs, dass sie noch immer jede
Menge Spaß am Hard Rock in allen Variationen haben – und diesen Spaß
bringen sie auch rüber. Es geht gleich richtig heavy los mit „Never
Dance With The Devil“, gefolgt vom Titelstück „Tattooed On My Brain“,
das ein wenig an Nirvana erinnert. „State Of Emergency“ ist pure Power,
während „Rubik’s Romance“ einen ordentlichen Schuss Blues abbekommen
hat. „Pole To Pole“ – Anspieltipp! – könnte problemlos auch auf einem
AC/DC-Album zu finden sein. Bester Boogie Rock. „Push“ und „The Secret
Is Out“ haben wieder den Blues, ehe mit „Don’t Throw Your Love Away“ und
ganz besonders bei „Crazy Molly“ kräftigster Hard Rock die Ohren
freispült. Die „Silent Symphony“ ist alles andere als leise (hier droht
der Tinnitus, echt!), ehe es mit „What Goes Around“ und „Change“
krachend auf die Zielgerade geht. Den Abschluss bildet die
6-Minuten-Ballade „You Call Me“ – Frage: wieso enden Hard Rock Alben
eigentlich immer mit einer Ballade? Klischee?.

Wer aber ist Nazareth im Jahre 2018? Von den Gründungsmitgliedern ist
mittlerweile nur noch der Bassist Pete Agnew dabei. Dessen Sohn Lee
Agnew trommelt und Jimmy Murrison greift seit 1994 in die Saiten der
Lead Guitar. Neu in der Truppe ist Sänger Carl Santance, der u. a. für
Krokus, Power Project und Don Airey (Keyboarder von Deep Purple) schon
zum Mikrofon griff. Nazareths langjähriger Sänger Dan McCafferty musste
2013 wegen einer schweren Lungenerkrankung aus der Band aussteigen und
wurde zunächst durch Linton Osborn ersetzt, der seinerseits bereits nach
einem Jahr aus ebenfalls gesundheitlichen Gründen passen musste.

Carl Santance klingt stimmlich vollkommen anders als Dan McCafferty, was
viele eingefleischte Nazareth-Fans schwer irritiert. Auch sein
Gesangsstil unterscheidet sich mehr als deutlich von dem McCaffertys.
Vielleicht hat sich die Band auch aus diesem Grund soundmäßig deutlich
umgestellt, vielleicht ist es auch nur (?) der maßgebliche Einfluss von
Carl Santance auf den Stil der Band.

Wenn eine alteingesessene Band ihren Frontmann austauscht, gibt es
immer heftigste Diskussionen um das Thema: Ist das noch die alte Band?
Die Antwort ist in diesem Falle klar: Nein, sie ist es nicht. Macht
dieser Fakt das Album schlecht? Nein, auf keinen Fall. Aber mit dem
Namen Nazareth entsteht eine gewisse Erwartungshaltung beim Hörer, und
die wird nicht erfüllt. Alles klint anders. Wäre das Album unter einem
anderen Bandnamen erschienen (etwa „Bethlehem“ – kleiner Witz!), würde
es vermutlich deutlich besser bei den Hard Rock Fans ankommen. Trotzdem
gilt: Das Ding ist sein Geld wert! (8 von 10 Punkten)

Euer Siggi
Moderator bei RSD Radio

 

Ray Wilson…50th Birthday Concerts in Poznan Posted in: Band-News

Ray Wilson’s Geburtstagskonzerte waren schon lange in unseren Terminkalendern präsent, als wir in Poznan (Posen) ankamen und bezogen unmittelbar 10 Minuten Fußweg von der Veranstaltungslokation entfernt unser Übernachtungsquartier.
Bei der äußerlichen Ansicht des Hotels waren wir erstmal kurzzeitig in Schockstarre, aber das legte sich ganz schnell als wir die Zimmer betreten haben. TOP, hätte ich jetzt nicht erwartet musste ich kleinlaut anmerken.
Kurze Besichtigung, Gepäck abgeladen, Auto sicher geparkt und ab auf Erkundungstour mit anschließender Futteraufnahme. Wir waren vor ein paar Jahren schon einmal in Poznan und ich
muss gestehen, diese Stadt hat sich echt gut entwickelt, besonders die Gastronomie hat gut zugelegt. Kurz zurück ins Hotel, frisch machen und leicht in Schale geworfen schlenderten wir zur Veranstaltungslokation. Kaum angekommen, da trafen wir schon die ersten bekannten Gesichter…
(wie immer auf Konzerten von Ray). Wir hatten alle zusammenhängend Sitzplätze auf einem oberen Rang vorletzte Reihe fast in der Mitte…..perfekt (danke nochmals für deine Mühe lieber Volker Warncke). Die wunderschöne Halle füllt sich schnell und wir warteten ungeduldig auf das Geburtstagskind.
Dann gings pünktlich los…….mit Calling all Stations……Yeahhhhhh, besser kann kein Konzert anfangen, die schwierigste Gesangsnummer des ganzen Abends.

Setlist:
Calling all Stations, Thats all, Land of Confusion, Another Cup of Coffee, Another day in Paradies,
In your Eyes, Entangled/Ripples, Invisible Touch, Home by the Sea, Carpet Crawlers, No son of mine, Not about us, Follow you, follow me, Solsbury Hill, In the air tonight, There must be some other way, Jesus he knows me, Congo, The Dividing Line und Mama.

Ich würde behaupten, es war eines der besten Konzerte der letzten Jahre von Ray Wilson und Band.
Anschließend gab es die wilsontypische Autogrammstunde und Fotoshootings mit den Fans.
Aber der krönende Abschluss dieses Abends steht uns noch bevor, wir haben nämlich eine Einladung zur Aftershow-Geburtagsparty von Ray im Blue Note Jazz Club gleich um die Ecke (Danke nochmals Nina). Der Club hatte eine kleine Bühne in der Ecke, wo ein Pianospieler sein Bestes gab.
Pünktlich um 24 Uhr wurde ein Happy Birthday auf Ray`s Geburtstag angestimmt und auch unser
Geburtstagsgeschenk fand den Weg zu Ray auf die Bühne (danke Annika).

Bei Sushi und leckeren Getränken spielten die Musiker auf der Bühne kleine Sessions, von ONE (U2) über Comfortably Numb von Pink Floyd bis hin zu Romeo & Juliet von den Dire Straits .
Ein wahsinnsgeiler Abend der noch lange nachwirkt und ihn unvergessen macht.
Um 2.30 Uhr verabschiedeten wir uns von Ray (Kerstin mit Wangenknutscher) und gingen fröhlich und zufrieden zurück ins Hotel.

Danke Volker für das besorgen der Tickets
Danke an Christian Baltrusch für die wundervollen Aufnahmen
Danke Annika für das besorgen des Geschenks
Danke Nina für die Einladungen
Danke Petra,Conni,Denise,Sönke und meine Kerstin fürs dabeisein und die lustige Hin und Rückfahrt.
….und Danke an den netten Kellner in der Pizzeria.

 

 

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