Review: Album Beyond Love von ALIENARE

Vermenge Synthpop, Dark Wave und einen Hauch von EBM und bekomme: ALIENARE

Die Band

Die Band um den charismatischen Sänger mit der markanten Stimme und der grünen Krawatte T.Green wurde Mai 2013 gegründet. Unterstützt wird der Hamburger an den Keys von T.Imo. Nach der Single-Auskopplung MISSION ABORT und inzwischen über zweieinhalb Jahren Produktion, veröffentlichen ALIENARE nun ihr Debut-Album BEYOND LOVE.
Da bereits MISSION ABORT eindrucksvoll auf die Band aufmerksam machte, habe ich mehr als Grund genug, in das Debut hinein zu hören.

Das Album

Mit INTERFERENCE starten wir gleich von null auf hundert, T.Green lässt uns gar nicht erst groß nachdenken. Der Song marschiert mit markigen Synths und satten Bässen los und kann problemlos mitgesungen werden. BEYOND trägt klanglich ganz deutlich die Handschrift ALIENARE und lässt auch nichts an Dynamik oder Melodik vermissen. Ziemlich spacig kommt am Anfang MOVE daher. Die Botschaft in dem Song nicht ewig auf der Stelle zu treten und das Leben lieber zu genießen, wird perfekt von der Musik übertragen. MOVE wird sicherlich sehr gut in den Clubs ankommen.

Geheimnisvoll klingt AREA 51, unterlegt mit einem Hauch von Dramatik und Anklagen im Gesang. Und auch hier untermalt die Musik perfekt die Thematik. THE HOLE WORLD und LOVE CONTROL stehen sich gegensätzlich gegenüber. Während THE HOLE WORLD eher tieftönig imponiert, klingt LOVE CONTROL duch die hellen und klaren Synths deutlich fröhlicher. Dazu startet PAIN dann völlig konträr, hier gibt es reichlich Facetten zu entdecken, der Sprechgesang von Frontmann T.Green steht ein wenig zurück. Hier kann ich nur mutmaßen, ob das so gewollt war. Auf jeden Fall ein toller Song mit reichlich Tempo.

Bereits vor einiger Zeit haben ALIENARE MISSION ABORT ausgekoppelt. Von einigen Hörern wird es bereits das Ping-Pong-Lied genannt, was sich auf die Synth-Sequenzen bezieht. Die Bässe stampfen tüchtig vor sich hin und auch dieses LIED gehört definitiv in die Clubs. PROVIDENCE passt perfekt hinter MISSION ABORT, könnte das Lied doch direkt die Fortsetzung sein.

Mit dem Intro von ALL THAT´S LEFT hören wir wieder die musikalische Handschift der Band, verziert mit feinem ausgewogenem Synthie-Klang. THE ONE kommt dafür in einem etwas anderem Gewand in die Ohren. Mich würde nicht wundern, wenn THE ONE eines der zuletzt produzierten Lieder wäre und ein Stück weit die musikalische Entwicklung von ALIENARE beschreibt.

TREMOR wird seinem Namen musikalisch nicht wirklich gerecht, denn das Lied ist alles andere als aufgeregt zitternd. Es fließt nicht langsam und doch gemütlich dahin. Auf jeden Fall echt fein gemacht, nur mit dem Song-Titel werde ich nicht warm. Hören wir nun auf DAY INTO NIGHT und FOREVER. Beide Songs folgen auch wieder der ALIENARE-Handschrift. Ich finde beide Lieder nicht schlecht gemacht, klanglich auch echt ansprechend, aber FOREVER fließt irgendwie besser und spricht mich von der Melodie deutlich mehr an.

Fazit

Betrachten wir nun, dass es ALIENARE bereits seit knapp vier Jahren bestehen, aber jetzt erst ihr Debut-Album präsentieren, gibt es eigentlich nichts zu meckern. Die Träger der grünen Krawatte liefern klanglich für meinen Ohren wirklich sehr anständigen Synthpop ab. Auch der Sänger T.Green bringt die Texte sehr anständig und vor allem schön artikuliert zur Geltung.

An sich finde ich es immer schön, wenn eine Band sich einer eigenen Handschrift, einem ganz eigenen Stil verpflichtet. Frei nach Paracelsus „Die Dosis macht das Gift“ sehe ich hier aber den Fallstrick, dass ALIENARE sich irgendwann zu sehr ihrem Stil verpflichtet fühlen, die Songs untereinander zu ähnlich und damit austauschbar werden. Aber dann war da noch dieser Moment, an dem ich stutzte und einen etwas anderen Stil vernahm. Offensichtlich sind T.Green und T.Imo noch auf der Reise und probieren sich ein wenig aus. Und ich bin sicher, es wird gut werden. Herzblut und Kreativität sind schon in ordentlicher Portion vorhanden. Jetzt noch ein paar Krümel mehr stilistische Flexibilität und das nächste Album wird uns förmlich auf die Tanzflächen prügeln. Auf jeden Fall haben sie mit ihrem Debut gezeigt, dass sie Synthpop leben und lieben und ich kann das Album guten Gewissens empfehlen.

BEYOND LOVE erscheint am 28.04.2017.

Tracklist

1. Interference
2. Beyond
3. Move
4. Area 51
5. The Whole World
6. Love Control
7. Pain
8. Mission Abort
9. Providence
10. All That’s Left
11. The One
12. Tremor
13. Day Into Night
14. Forever

Line-Up

T. Green, Voice & Music
T. Imo, Live-Keyboards

http://www.alienare.net
alienare@rau-entertainment.de

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