Airbag Disconnected

Album Review: Besser spät als nie! Airbag – Disconnected

Es ist ja fast ein wenig peinlich. Ich als absoluter Fan des progressiven Rocks habe erst Anfang dieser Woche das aktuelle Album das erste Mal gehört. Was soll ich sagen? Als Disconnected im Juli 2016 heraus kam, hab ich es natürlich, wie immer, auf mein MP3 Player verfrachtet. Tja, da „verstaubte“ es dann wohl gut 4 Monate und das, obwohl ich jeden Tag mit ihm Musik höre. Als mich auf der Arbeit mal wieder der Stress plagte und ich mich mit Kopfhörer bewaffnet in eine andere Welt hiefen wollte, hatte ich wohl versehentlich ein Random Play eingestellt und das zweite Stück war der Song Slave. „Ah Airbag, aber welcher Song ist das denn?“. Naja, was solls, vergessen wir diese kleine Fehlzündung von mir und gucken uns mal eben den Opener Disconnected von einem Konzert in Oslo vom 10. Juni 2016 an, bevor wir ans Eingemachte gehen.

Durchweg ein Airbag Album, wie man es erwartet hat. Das ist nicht unbedingt positiv gemeint, denn diese ansich geniale norwegische Band überrascht weder im Stil, noch im Aufbau der Songs selbst. Bis auf einen Song alles Longplayer, für einen Prog Fan schon mal sehr gut, aber fangen wir an mit Killer. Der erste Track besticht durch einen genialen Fluss. Man schwebt quasi durch den Song und die über 9 Minuten kommen einem deutlich weniger lang vor. Gegen Ende von Killer meine ich ein Gemisch der Harmonien von Pink Floyds ‚Welcome to the Machine‘ und ‚Dogs‘ herauszuhören. Finde ich das gut? Das finde ich sogar sehr gut. Dass sie äußerst „floydig“ klingen ist aber auch kein Geheimnis. Ihnen fehlt in der Komposition die Finesse von Waters und Gilmour, aber sie fahren ja schon auch ein bisschen Ihren eigenen Film. Killer ist genial! Der zweite Track Broken ist wunderschön, aber kaum anders. Slave kommt phasenweise etwas düsterer, tut dem Verlauf des Albums auch ganz gut. Sleepwalker ist so eingängig wie so ziemlich jeder Song auf Disconnected. Da macht dann auch der Titeltrack selbst keine Ausnahme. Wobei es für mich der beste Song in dieser Zusammenstellung ist, wenn nicht der beste Airbag Song ever. Disconnected ist vielschichtig, birgt viele sehr schöne Wechsel und Bjørn Riis‘ Gitarrensolo zum wirklich guten Schlagzeug von Henrik Fossum kommt einfach nur genial. Letzteres fällt mir bei diesem Stück das erste Mal überhaupt wirklich auf. Ich finde die Drums könnten häufiger ruhig auch mal im Vordergrund stehen und bitte auch unbedingt etwas progressiver gespielt sein. Ich glaube der Henrik könnte das auch. Nach 13:09 ist das Stück vorbei und ich wär fast geneigt zu sagen: „Macht ruhig noch 5 Minuten!“ Den Abschluss markiert Returned, ein eher kürzeres Liedchen. Kein Highlight, aber am Ende durchaus sinnvoll und es tut der Abwechselung auch einmal ganz gut.

Es ist wirklich ein verdammt gutes Album, schade ist hier einzig und allein die durchweg auf eingängig getrimmten Arrangements und das ein wenig die Abwechslung fehlt, aber man erwartet auch genau das von Ihnen. Bjørn Riis und Asle Tostrup haben hier ganze Arbeit abgeliefert, beide singen fantastisch, Bjørns Gitarrenparts sind spitze. Oft zu wenig progressiv für meinen Geschmack, dafür aber sehr artrockig. Der mit Abstand beste Song all Ihrer Veröffentlichungen ever ist für mich Disconnected. Schon allein wegen ihm ein absolutes Muss. Klanglich kann man hier insgesamt auch nicht meckern, ein sehr dichter aber doch ausgewogener Klang. Die eigenen Studios scheinen hier absolut State Of The Art zu sein. Man darf mich jetzt kritisieren und sagen: „4 1/2 Monate hast Du dafür gebraut?!“. Dann sag ich: „Nö, nur 3 Tage, aber besser spät, als nie…“

Songs:
1. Killer 9:18
2. Broken 7:08
3. Slave 8:39
4. Sleepwalker 7:05
5. Disconnected 13:09
6. Returned 5:11

Musiker:
Asle Tostrup – Gesang, Gitarre, Keyboards, Programmierung
Bjorn Riis – Gitarre,Gesang, Bass, Keyboards
Anders Hovdan – Bass, Gitarre
Henrik Fossum – Schlagzeug

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